Handelsmarken in der Küchenbranche – Must-haves oder überflüssig?

Eines der meistpolarisierenden Themen der Küchenbranche

Handelsmarken im Küchenmöbel- und Elektrogeräte Segment.

Nahezu alle Einkaufsverbände und Verbundgruppen bieten ihren Mitgliedern Handelsmarken an. Während einige nur die Original Verkaufs- und POS-Unterlagen neutralisieren, laden andere ihre Handelsmarke mit emotionalen Inhalten, individuellem Storytelling und Mehrwerte auf.

Die „nur“ Neutralisierung ist selten erfolgreich. Der Verkauf ist, mehr oder weniger, sich selbst überlassen. Nicht mehr als eine Feigenblattlösung. Viel interessanter ist die Beleuchtung einer emotional geführten Handelsmarke, die allen Beteiligten viele Vorteile bringt.

Für den Handel:

▪️ Die Handelsmarke kann für eine genau definierte Zielgruppe ausgelegt und zugeschnitten werden, während das Original eine möglichst breite Kundengruppe ansprechen muss.

▪️ Eine mit Zusatztools aufgelandene Handelsmarke (z.B. beinhaltete Garantien, eigene Modelle oder Produkte) und das darauf abgestimmte Marketing machen die Handelsmarke sprichwörtlich wertvoller als das Original. Idealerweise bekommt der Verkauf Argumente an die Hand, durch die er sich positiv vom Wettbewerb abhebt. Übrigens: Den Herstellernamen zu verheimlichen sind antiquiert und führt nur zu Kundenmisstrauen 😉 !

▪️ Oftmals werden in einer Rahmenvereinbarung alle Vorteile im Verkauf, Marketing und Einkauf, sowie alle Pflichten, z.B. Gebühren, Lauf- und Standzeiten definiert, damit ein niederschwelliger Einstieg in die optimale Vermarktung möglich ist.

✅ Handelsmarken erzielen eine höhere Marge!

Für die Industrie:

🔸 Vermarktende Händler setzen alles auf Umsatzwachstum. Damit entsteht dem Lieferanten quasi eine planbare Umsatzgarantie.

🔸 Handelsmarkenhändler sind innerhalb des Verbands/der Verbundgruppe vorzeigbare Leuchtturmkunden und können für die Akquise neuer Händle als Key Reference genutzt werden.

🔸 Die Beziehung zwischen Handel und Industrie wird intensiver und partnerschaftlicher, da beiden Parteien eine erfolgreiche Vermarktung Für den Verband

Für die Verbundgruppe:

▫️ Handelsmarken sind permanente Leistungs- und Kompetenzbeweise, an denen sich jeder Verband/jede Verbundgruppe messen lassen muss. Ein wesentliches Aushängeschild zur Profilierung ggü. bestehenden und potenziellen Neumitgliedern.

▫️ Mitglieder, die Handelsmarken vermarkten, sind verbandstreu! Optimal ist, wenn sie ihre Marke mitgestalten können.

▫️ Die ständige Weiterentwicklung (ggf. mit externen Impulsgebern), die dem aktuellen Marktgeschen folgt, sorgt für Modernität, jede Menge Input und Denkanstöße. Davon profitiert das gesamte Verbandsmarketing in allen Bereichen.

Mein Fazit:

Sortimente und Produkte der Hersteller verschmelzen immer mehr zu einem „Einerlei“. Der Handel benötigt zur Differenzierung Profilschärfe, Storytellinge und Individualität.
Eine aktiv geführte Handelsmarke trennt die „Spreu vom Weizen“ und ist die Basis dafür!